Unsere Tochter Denise (*1997) ist ein sehr aufgewecktes und schlaues Kind.
Ihre schulischen Leistungen waren gut und daher war sie nicht auffällig.
Wir merkten allerdings in der 3. Klasse, dass Denise stockend liest und gerne
die Endungen weg lässt und sich einiges zusammenreimt.
Sie war auch sehr
unruhig und zappelte gerne herum. Wir machten die gleichen Fehler wie viele
Eltern und sagten, sie solle sich besser konzentrieren. Auffällig war
auch die Rechtschreibung und vor allem konnte sie nicht richtig abschreiben.
Sie konnte sich einfach die Worte nicht merken und zu Papier bringen. Was haben
wir geübt! Und Denise sagte immer wieder, sie sei einfach zu dumm. Mein
Mann und ich bauten sie auf und hielten Denise einfach für unkonzentriert.
Bis sie Anfang der 4. Klasse mit einer selbst geschriebenen Notiz nach Hause
kam. Der Satz war so falsch geschrieben, dass ich zum ersten Mal mit dem Gedanken
spielte, sie auf Legasthenie testen zu lassen. Als die Diagnose fest stand
waren wir „erleichtert“, denn jetzt wurde uns der Druck genommen
und wir wussten nun was zu tun ist.
Ein Therapieplatz im Legastheniker-Institut war aufgrund der
4. Klasse Grundschule
(Empfehlungen standen an) schnell organisiert. Die Probleme fingen aber jetzt
erst richtig an. Diese hatten aber wenig mit der Legasthenie unserer Tochter
zu tun. Denn da kann man wirklich helfen. Aber die Schule spielte nicht mit.
Auch für die Kosten der Therapie wollte niemand aufkommen.
Man fühlt
sich ziemlich allein gelassen, weil sich leider niemand
so richtig auskennt.
Ich persönlich bin nun im Bundesverband organisiert und setze mich ganz
gezielt für die Rechte der Legastheniker/Dyskalkuliker ein und werde versuchen
unserer Tochter und auch allen anderen betroffenen Kindern den Weg zu ebnen,
der ihnen aufgrund ihrer Intelligenz zusteht. „Chancengleichheit herstellen – Diskriminierung
vermeiden“. Aufgrund der hohen Kosten (Therapie) und mangelndes Wissen
im Umfeld, fallen viele Kinder durch das Raster. Das darf nicht sein.
Man kann Legasthenie nicht heilen, aber lernen Strategien anzuwenden. Und dafür benötigt man qualifizierte Menschen, die unsere Kinder selbstbewusst und kompetent auf den richtigen Weg bringen. Unseren Kindern läuft die Zeit davon. Es muss etwas passieren, vor allem politisch.
Ich könnte noch so vieles zu berichten, aber das würde die Homepage
von Spass & Co sprengen. Deshalb verweise ich erst einmal auf die unten
aufgeführten Adressen.
Kreisverband der Legastheniker/Dyskalkuliker im Landkreis Tübingen, Reutlingen
und Umgebung www.legakv.de
Der KVL ist eine Untergliederung des Landesverbandes (LVL) Legasthenie/Dyskalkulie
Baden-Württemberg e. V., der seinerseits eine Untereinheit des Bundesverbandes
(BVL) Legasthenie/Dyskalkulie e.V. ist (www.bvl-legasthenie.de).
Er vertritt
die satzungsmäßigen Ziele des LVL und BVL im Landkreis Tübingen,
Reutlingen und Umgebung.
Der Kreisverband trifft sich jeden dritten Dienstag im Monat um 20:00 Uhr
im Gebäude der VHS in Tübingen.
Wichtige Termine:
1. Ausstellung in der Stadtbibliothek Reutlingen „Legasthenie hat viele
Gesichter“ vom 04.12.2007 bis 05.01.2008 im 1. Stock
2. Vorträge in der VHS Tübingen, Katharinenstr. 18,
Referent Caspar Bonhoff, Lerntherapeut und Leiter des Instituts für Legastheniker-Therapie,
Reutlingen
• Symptomatik der Lese-Rechtschreibstörung/Legasthenie
• Förderorientierte Rechtschreibdiagnostik für Schulen
donnerstags 24.01.2008 um 19.00 Uhr
und 31.01.2008 um 20.00 Uhr









Weserstr. 8/2